Heute stand die Etappe von Oslo nach Trondheim an. Gute 500 Kilometer wovon 400 Landstraße sind. An die Landstraße werden wir uns nun auch gewöhnen müssen. Sie sind Segen und Fluch zu gleich. Segen, weil man die Zeit bekommt sich die wundervolle Landschaft anzusehen. Fluch, weil 500 Kilometer deutlich länger dauern als man es gewohnt ist.
Ich habe immer diese Autostunde Autobahn im Kopf. Pro Stunde 100 Kilometer. Das erste Mal, dass mein Kopf sich deutlich umstellen musste war, als ich dieses Jahr mit Julian nach Berlin gefahren bin, mit dem Fahrrad versteht sich. 100 Kilometer waren von jetzt auf gleich keine Stunde mehr, sondern fünf.
Doch fangen wir von vorne an.
Das größte Phantasialand der Welt

Kurz nach Oslo ging es das erste Mal an den Supercharger. Wir sind zwar mit 88% in Oslo losgefahren, für die ersten paar hundert Kilometer bis Alvdal hat es trotzdem nicht gereicht. Als das Open R-Link des Megane sagte, dass wir mit +4 Prozent ankommen habe ich den Rüssel aus der Buchse gezogen und wir sind losgestromt.
Eigentlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich Boden gut mache und wenn Google sagt +4 Prozent am Ziel, dann schaffe ich es mit +10. Als nach rund hundert Kilometer Teilweise -5 Prozent fehlten wurde ich etwas unruhig, weil wir uns den Weg quer durchs Land aussuchten, bei dem nicht so viele Lademöglichkeiten warten sollten.
Nachdem wir den Supercharger verlassen haben sind wir ein Autobahnstück gefahren bei dem mir die Worte fehlen. Eine kleine Mittelleitplanke, kaum höher als mein Knie, holzartig anmutend, trennt uns von der Gegenfahrbahn. Immer wieder fahren wir an Steinwänden vorbei, die man sonst nur aus dem Phantasialand kennt. Brücken die ebenfalls holzartig aussehen queren immer wieder die Straße. Sie erwecken den Eindruck im wilden Westen zu sein. Sind wir noch in Europa? Wartet gleich eine Wüste? Spinnen die, die Norweger? Haben die kein Bandmaß das 8 Meter lang ist? Leider gibt es von diesem Teil der Tour kein Bild. Ich versuche es über Umwege nachzureichen!
Ebenfalls passiert haben wir den Mjøsa-See, welcher der größte See des Landes ist. Und sagen wir mal so, für jemanden der sonst nur Bevertalsperre gewohnt ist, war das schon ein Anblick.
Langsam ging es in Richtung Gebirge und alle machten große Augen.
Alvdal

Der angepeilte Ladepunkt war Alvdal. Wie schon beschrieben war der Ladepunkt, der in der Mitte von Nichts ist, gar nicht so einfach zu erreichen. Zwar haben wir ohne weiteres nachladen die Kilometer geschafft, aber die, Julian nennt sie so, 0% Taktik auf fremden Boden muss nicht immer gut ausgehen.
Der Riksvei 3 verläuft in großen Teilen einfach durch die Natur. Keine störenden Häuser, keine Industrie, einfach nur Natur. Schon aus der Ferne konnten wir Berggipfel mit Schnee erkennen. Erst zart gepudert, dann mit geschlossener Schneedecke. Hinter jeder Biegung wartete das nächste umwerfende Panorama. Über 100 Kilometer folgten wir dem Fluss Glomma, der uns durch fantastische Berglandschaften führte. Der Schnee auf den Bergen wurde immer mehr und je weiter wir fuhren, desto mehr wurde auch der Schnee direkt neben der Straße.
Zurück zur 0% Taktik. Angekommen sind wir am Supercharger mit +1% und ich musste große Augen machen als ich die Menge an Tesla sah, die geladen haben. Vorab habe ich ermitteln können, dass dort 36 Supercharger auf uns warten. Müsste reichen sollte man meinen. 33 von 36 Ladeplätze waren belegt.
Erst später habe ich gesehen, dass neben Tesla noch andere Anbieter ihren Strom unters Volk bringen wollten und dort nochmal 10 weitere Schnelllader standen, die auch besetzt waren. Dort haben also fast 50 E-Autos zeitgleich Strom gezogen. Herrlich!
Um die Landschaft so gut es geht einzufangen war heute auch eher Drohnen Tag. Hier nochmal ein bisschen Natur und Ladesäulen:






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