Europastraße 6

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Der heutige Tag war geprägt vom Autofahren. Wie schon oft in diesem Blog erwähnt, darf man bei Google Maps nicht den Fehler machen und auf die Distanzen achten, sondern man sollte auf die Fahrzeit achten. „Keine 500 Kilometer“ war heute morgen mein Gedanke, als wir uns mit den besten Backwaren Trondheims beim Bäcker eingedeckt haben.
Die erste Ernüchterung stand mir zu Gesicht, als ich den ersten Supercharger ins Navi eingetippt habe und die 270 Kilometer in rund 4 Stunden zurückgelegt werden sollten. Auch Schläge auf das Armaturenbrett wollten Google nicht umstimmen. Also Fuß aufs rechte Pedal und los gehts.
Wobei es wohl eher heißen müsste: Linker Daumen an den Schalter. Die meiste Zeit nutze ich den Active Driver des Megane und komme gar nicht in die Verlegenheit meine Füße verwenden zu müssen. Selbst das Lenken…. ach, lassen wir das.

Route 66 Norwegens

Kennt ihr Cars? Also den Film? So ein bisschen fühle ich mich wie in diesem. Die Europastraße 6 zieht sich nun schon seit Oslo und wird sich bis auf wenige Unterbrechungen auch noch bis ganz weit hoch in den Norden ziehen. Insgesamt ist die E6 über 3000 Kilometer lang. In nordischen Verhältnissen also der Weg zum nächsten Nachbarn.
Der Charme dieser Straße liegt darin, dass sie so abwechslungsreich ist. Mal ist fast der Ausbaustatus einer Autobahn erreicht und im nächsten Moment kommt eine Verengung auf nur eine Spur und die Straße fängt an achterbahnartige Kurven zu schlagen. Es geht immer wieder rauf in die Berge um im nächsten Moment viele Kilometer zurück auf Meeresspiegelniveau zu fahren. Auf der heutigen Tour reihte sich Fjord an Fjord. Etwas später dann auch Bergkette an Bergkette.
Es entsteht eine Abwechslung aus hohen Felswänden und tiefen Schluchten. Der schmelzende Schnee auf den Berggipfeln befeuert so manchen Wasserfall und immer wieder passt sich der Verlauf der Straße an Flüsse, Fjorde, Seen und Felswänden an.
Wir haben heute den bisher längsten Tunnel unserer Reise passiert. Der Korgfjelltunnel verfehlt so eben die Top Ten der norwegischen Tunnel. Dennoch ist schon dieser Tunnel ein Ungetüm von 8530 Metern.
Leider werden wir den Lærdalstunnel nicht passieren, der mit 24 Kilometern der längste Straßentunnel der Welt ist. Fahrräder sind in diesem übrigens verboten. Schade!
Doch warum muss ich nun an den Cars Film denken? Für die, die diesen Film nicht kennen: Ein wichtiger Teil der Story ist der Niedergang der Route 66, weil eine schnellere Alternative in Form eines Highways gebaut wurde.
Genau das gleiche passiert aktuell im gewissen Maße auf der E6. Über hunderte Kilometer erstreckt sich eine riesige Baustelle. Neue Fahrtrassen werden aufgeschüttet, Felsen gesprengt und Tunnel in die Berge gegraben. Der Erfolg wird am Ende sein, dass man schneller von A nach B kommt und die Straße nicht so abenteuerliche Wendungen nimmt, auf denen man dann nur mit 50 fahren darf. Auf der einen Seite befürworte ich das sehr. Allerdings glaube ich, dass Norwegen durch diese neue Trasse auch ein bisschen Charme verloren gehen wird.
Mit Sicherheit wird so manches Dorf weniger Zulauf haben. Vielleicht kommen wir in ein paar Jahren wieder und erfreuen uns an der schnelleren Verbindung. Vielleicht geht aber auch der „Wow“- Effekt ein bisschen verloren.
Über was man sich aller Gedanken macht, wenn man Zeit hat.

Mo i Rana

Trondheim —-> Mo i Rana hat den ganzen Tag verschlungen und es war uns nicht vergönnt hier eine Runde zu drehen. Das ist Schade, weil es umringt von Bergen am Ranafjord liegt und einen Hafen hat. Einige Schiffe konnten wir von der E6 aus sehen.
Geplant ist Mo i Rana als Zwischenhalt zu den Lofoten. Vielleicht wäre ein Tag Aufenthalt nicht so verkehrt gewesen.
Morgen geht es dann nach Bodø. Von dort aus wird uns um kurz nach Vier die Fähre nach Moskenes auf die Lofoten befördern. Ich bin gespannt!

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