Irgendwo hier auf den Lofoten muss er eigentlich sein, dieser Norbert Krabbe Fjord. Doch finden konnten wir diesen nicht.
Noch immer nicht ganz fit, aber mit Aspirin und co. präpariert, ging es heute zurück in Richtung Moskenes. Wer sich erinnert, das ist die Hafenstadt, an der wir mit der Fähre auf den Lofoten angekommen sind.
In dunkler Nacht sind wir vor ein paar Tagen die rund 60 Kilometer zum Ferienhaus ohne jede Sicht auf Berge, Täler und Fjorde über die Lofoten geheizt. Wir haben wirklich nichts gesehen.
Unsere Kinnlade liegt noch immer auf dem Boden. Man braucht nicht zu glauben, dass diese gewaltigen Berge oder das klare Wasser irgendwo auf den Lofoten aufhören. Ein Highlight jagt hier das nächste. Strände, an denen Surfer auf die nächste Welle warten. Bergsteiger, die den nächsten Gipfel ausmachen. Deutsche, die mit dem Wohnwagen an ungünstigen Stellen stehen. Hier gibt es einfach alles.
Å

Der kürzeste Städtename in Deutschland ist Au. Norwegen unterbietet dies mit dem kleinen Fischerdorf Å. Ganz im Osten der Inseln ist es zu finden und übersetzt soll es bedeuten „Bach“.
Da es auf den Lofoten vollkommen egal scheint, wo man ist, wenn man Natur bewundern möchte, haben wir uns kurzerhand, an Hühnern vorbei, so weit an’s Wasser getraut, wie es eben ging. Nach der Schlucht, vor der wir standen, kommt nichts mehr außer Wasser und irgendwann wieder Inseln. Amerika, Island, sowas halt.
Wir haben einen dieser bekannten eingeklemmten Steine gefunden, auf den sich die Leute stellen, um tolle Fotos zu machen. Allerdings ist es nicht „der“ Stein. Denn Norwegen hat ganz im Süden einen viel bekannteren dieser Exemplare. Unseren fand ich aber auch toll.

Ohne weiteres ist der Stein nicht erreichbar. Also habe ich die Drohne gezückt und bin mit einem tollen Manöver direkt vor den Stein geflogen. „Keine SD-Karte gefunden“ stand groß im Display der Fernsteuerung, als ich die Drohne startete.
Mein Puls ging schlagartig hoch und mein einziger Gedanke war „Scheiße, die liegt zuhause auf dem Rechner“.
Das Speicherkärtchen lag also eine gute Fahrstunde von uns entfernt. Es gab kein zurück, irgendwann aber die Erlösung: die Drohne hat einen internen Speicher, der für rund 250 Bilder gut ist oder rund 2 Minuten Video. Eigentlich mache ich umfangreich Videos, dies mussten heute ausfallen.
Durch diesen dummen Fehler werde ich einige Einstellungen nicht auf Speicherkarte bannen können, auf die ich mich schon vor Abfahrt in Remscheid gefreut habe. Solche Niederlagen gehören zu einer solch langen Tour wohl einfach dazu.
Bei der Kulisse ärgert man sich aber nicht sehr lange. Viel wichtiger als alle Bilder, die man machen kann ist es, das alles mit den eigenen Augen zu sehen. Hab ich!
300 Kilometer
Die kalten Temperaturen bestätigt der Megane mit einer neuen Maximalreichweite von „nur“ 300 Kilometern. Das sind gute 20% weniger als noch zu Beginn der Tour in Deutschland.
Auch das Supercharger-Netz von Tesla wird langsam dünner. Und doch findet man in jeder Himmelsrichtung Ladesäulen im Abstand von 100 – 150 Kilometern.
Ich bin sehr gespannt, wie sich der Durchschnittsverbrauch und somit die Reichweite auf der dritten Etappe unserer Reise verändern wird.
Wichtig ist jetzt erstmal, dass wir vor der Weiterfahrt das Auto waschen. Sowohl die 360-Grad-Kamera als auch der Abstandsassistent, erinnern mich regelmäßig an den äußeren Zustand des Autos.
Wem Norbert Krabbe bis zu diesem Punkt noch kein Begriff ist, dem möchte ich helfen. Er ist der Römertopf im von Hape Kerkeling gesprochenen Hörbuch „Ein Mann, ein Fjord!“.
Wer sich das nicht anhört, ist es selber Schuld!


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