Das Auto macht die Reise

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Bis auf Kopfschmerzen wieder fit, ging es heute in das gar nicht so weit entfernte Narvik. Die am sehr schönen Ofotffjord gelegene Stadt steht allerdings unter keinem guten Stern.
Wir hatten heute insgesamt nur knapp 4 Fahrstunden, was für keine 300 Kilometer natürlich ein Hammer ist. Es war das erste Stück, auf das Anton nicht so richtig Lust hatte und wenn ich ehrlich bin, Sophia und ich auch nicht.
Zwar ist man weiter mit offenem Mund quer über die Lofoten gefahren, doch fehlen hier irgendwie die alten Vertrauten. Bäcker, alle paar Kilometer ein McDonalds, gute Rastmöglichkeiten. Ein McDonalds fehlt übrigens, das möchte ich erklären, weil diese meist mit guten Wickelstationen daherkommen und eine sichere Bezugsquelle für Kaffee sind.
Doch wir haben Breitengrade erreicht, in denen der Bäcker erst um 10 Uhr öffnet. Ja ne, ist klar.
Narvik selbst ist auch kein Highlight, zumindest nicht die Gegend in der wir hier unsere Unterkunft (zum Glück nur für eine Nacht) bezogen haben.
Das Abendessen…. ach komm, ich reg mich doch nur auf! Heute geht´s um Autos. Also los!

Power

Bestimmt war jeder mal in dem Alter, in dem man weite Strecken mit einer „Möhre“ zurückgelegt hat. In vergangenen Zeiten musste ich regelmäßig die Verbindung Remscheid –> Halle Saale bewältigen. Ein alter Mazda 2 und etwas später dann ein Renault Twingo 2, brachten mich immer sicher ans Ziel. Nur gerne gebe ich zu, dass 500 Kilometer Autobahn mit keinem von beiden Autos Spaß gemacht haben.
So war klar, wenn es zum Nordkapp geht, muss die Karre gut sein.
Seiner Zeit wechselte ich meinen Megane IV Diesel zu einem Renault Zoe. Schon beim Zoe, obwohl er für eine solch weite Reise nicht ganz gemacht ist, gab es die Überlegungen zum Nordkapp zu fahren.
Allerdings hätte ich dies niemals mit einem Baby bzw. Kind gemacht.
Als Renault dann die ersten Daten zum neuen Megane E-Tech publiziert hat, war klar: Das Teil muss ich haben!
Ich glaube ganz sicher, dass sich richtig gute Autos erst auf sehr langen Strecken zeigen. Immer ein Thema: die Sitze. Und die kann man auf 50 Kilometer nicht ausreichend gut testen. Nicht, wenn es später um viele lange Strecken geht. Auch so manches Assistenzsystem zeigt seine Tücken erst, wenn man viele Kilometer damit abgerissen hat. Doch das besprechen wir in einem anderen Artikel. Ist das Infotainment leicht zu bedienen? Wie gut ist das Navi?
Viele Fragen, auf die ich während der letzten 3000 Kilometer „am Stück“ eine etwas andere Sicht bekommen habe.
Aber fangen wir doch bei unseren Erfahrungen mit den Sitzen an. Diese sind unfassbar gut im Megane. Auch nach Stunden keine Rückenschmerzen, nichts drückt, es wird nie unbequem. Über Sitz- und Lenkradheizung spreche ich gar nicht. Denn diese sind über jeden Zweifel erhaben. Den üppigen Platz auf den vorderen Plätzen merkt man und ich liebe ihn.
Um den Fahrerplatz herum gibt es mehrere USB-C-Anschlüsse für Musik oder zur Stromversorgung. Damit versorgt werden aktuell hauptsächlich die Kamera und die 3 Drohnen-Akkus. Die induktive Ladeschale übernimmt dann das Handy-Laden. Natürlich nur dann, wenn das Handy es auch kann. Grüße gehen raus an Apple, denn mein Fairphone kann es nicht. Stengel fühlt sich jetzt bestimmt bestätigt.
Ich lese mir als Automobilverkäufer natürlich Testberichte durch. Ja, im Kern Berichte von Elektroautos, sehr gerne aber auch von Dacia!
Gerade deutsche Autozeitungen lassen sich ein bisschen über die Federung bzw. das Fahrwerk aus. Die sagen zwar nicht „schlecht“, aber wie würde Bloch es sagen? „Da trimmen die deutschen Hersteller einfach etwas genauer.“
Ich für meinen Teil bin auch hier begeistert. Das Auto liegt toll und komfortabel auf der Straße und ist, wenn es das sein muss, agil.

Navi und Infotainment

Navigiert wird im Megane E-Tech, wie bei allen neuen Renault-Modellen, mit Google Maps. Wie gut ist es? So gut wie Google Maps halt ist. Mit dem Auto finde ich es sehr brauchbar. Die Tour nach Berlin mit dem Fahrrad hat aber häufig zu Stirnfalten geführt.
Grundsätzlich basiert das Open R-Link auf Android und das merkt man dem Multimediasystem auch an. Es hat eine übersichtliche Struktur und agiert sehr zügig. Spannend zur Übersichtlichkeit ist es übrigens, dass ich seit Jahren predige, dass alle es wie Tesla machen müssen (ich fuhr seiner Zeit ein Tesla Model 3 zur Probe): Die wichtigen Einstellungen müssen mit maximal 3 Klicks gefunden werden.
Zu dieser Zeit wühlte man sich im R-Link, R-Link 2 oder Easy Link bei Renault noch durch die Menüs.
Kauft euch gerne alle bei mir ein Auto mit Open R-Link, um euch selbst überzeugen zu können. Fast alles, besonders alles relevante, ist mit 3 Klicks erreichbar. Abgesehen davon kann man fast alles mit einem „Ok Google“ per Sprache ansagen oder auch der Tatsache, dass es im Megane, wenn es sinnvoll ist, mit Tasten gelöst wurde. Also bisher noch immer volle 10 Punkte.
Doch dann kommt die Konnektivität. Diese ist auch per se nicht schlecht, doch irgendwie anfällig für Fehler.
Sowohl mein Huawei P30 als auch mein neues Fairphone 5 wollen manchmal nicht per Bluetooth verbunden werden. Zwar ist das Handy an sich verbunden, doch nur um zu telefonieren. Ich kann keine Medien abspielen. Erst ein Reset des Systems bringt hier die Erlösung.
Auch das kabellose Android Auto läuft mit dem Fairphone wie ein Sack Muscheln.
Zum Glück sind das Dinge, die Renault schnell per Update lösen kann.

Fazit

Ich hoffe, es geht aus meinen Worten hervor, dass ich begeistert bin von unserem Megane.
Über die Reichweite habe ich heute nicht gesprochen, weil diese sehr gut ist und oft in anderen Artikeln Erwähnung findet. Zwischen 330 – 490 Kilometer sind je nach Wetterlage und Fahrstil drin.
Das Nachladen mit bis zu 130 kW funktioniert gut. Vielleicht würde ich mir hier eine leichte Anpassung der Ladekurve wünschen. Hinten raus könnte vielleicht noch ein bisschen mehr Wumms sein. Schnelleres Nachladen macht aber auch die Pausen wieder stressiger.
Einzig die Verbindung mit dem Smartphone ärgert mich hin und wieder.
Unterm Strich bleibt aber zu sagen: Der Megane E-Tech 100% Elektrisch ist ein enorm gutes Elektroauto und vielleicht der beste Renault, den ich bisher gefahren bin.

2 Antworten zu „Das Auto macht die Reise”.

  1. Avatar von Herr Udo Riefler
    Herr Udo Riefler

    Meine Frau und ich sind Fans geworden von der täglichen Berichterstattung. Bei mir drängt sich gerade der Gedanke auf, mal ein Interview durchzuführen, um dieses in einem Podcast bei Renault zu veröffentlichen. Hätten Sie Lust darauf?

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  2. Avatar von Martin Gerhardts
    Martin Gerhardts

    Wie ich immer sage: Ich sitz vorne links. Der Rest iss Wurscht.

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