Mit der Tunnelbana nach Stockholm

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Unser schöne Unterkunft in der Landeshauptstadt von Schweden ist etwas außerhalb. Rund 10 Kilometer fehlen bis ins Zentrum. Unsere Erfahrungen aus Oslo führen dazu, dass wir hier die U-Bahn, Tube, Metro oder wie die Stockholmer sagen: Die Tunnelbana nutzen. Bei Google auf der Suche nach der Möglichkeit Ticktes zu kaufen (Wie immer per App, wie immer schaltet man sich rund 90 Minuten im ÖPNV-Netz der Stadt frei) fielen die Blicke direkt auf die Bilder der U-Bahn Stationen.
Bei dem diesjährigen Berlin besuch zusammen mit Julian, habe ich mir die Bahnhöfe der U5 angesehen. Diese wurden im Fernsehen angepriesen als unverzichtbar, wenn man in Berlin ist. Als ich dann in den Bahnhof Museumsinsel hinabgefahren bin war mein Gedanke der folgende: „Joa, Bahnhof“. Ich war ziemlich enttäuscht.
Die Stockholmer geben sich aber alle Mühe die Bahnhöfe zu einem Erlebnis zu machen und die Bahnhöfe im kompletten gelten als eine der größten Kunstgalerien der Welt. Wow!
Für umgerechnet 3,50€ bewegte sich der lange Zug in Richtung Zentrum. Die Bahn war gar nicht so überfüllt, wie ich es zuvor befürchtet habe.
Aus der Haltestelle T-Centrale geht es direkt in den Kern der Stadt.

Wo sind die E-Autos geblieben?

Nach meinem Schock in Oslo, ich erhole mich heute noch, war ich gespannt wie es hier in Stockholm mit der Menge der E-Autos aussieht. Etwas enttäuscht muss ich gestehen, dass hier nichts los ist.
Also nicht nichts. Deutsche Verhältnisse nenne ich es mal. Während im vergangenen Monat mehr als 80% der neu zugelassenen PKW in Norwegen einen vollelektrischen Antrieb hatten und inkl. Hybriden sogar über 90%, sieht es in Schweden etwas anders aus. In Schweden sind es nur rund halb so viele E-Autos die auf die Straße gelangen.
Ladesäulen gibt es dennoch gewohnt viele und diese im guten Zustand.

So schön war noch keine Stadt

Headquarter International Institute for Democracy and Electoral Assistance

Stockholm zu besichtigen, war für mich eine neue Erfahrung. Gefühlt war es immer so, dass ich den schönen Ecken gefolgt bin, wenn ich eine mir unbekannte Stadt erkundet habe. Diese Ecken finden dann mal schneller oder mal langsamer ihr Ende.
Mit Sicherheit können wir diese große Stadt nicht an einem Tag zu Fuß erkunden. Doch heute sind wir bei einem rund 4 Stündigen Rundgang, mit Kraxe, nur an schönen Ecken vorbeigekommen. Dabei ist es egal, ob es die Einkaufsstraße im Zentrum ist, der wunderschöne Bahnhof oder die Altstadt, die ein ungewohnt großes Ausmaß hat. Direkt anschließend wartet schon der Reichstag und das Stadhuset, das Rathaus der Stadt.
Stockholm ist auf rund 14 Inseln errichtet und daher eine Vielzahl an Brücken. Immer wieder schleichen sich in das dichte Stadtbild kleine Parks ein, die zum entspannen einladen. Also im Sommer. Bei unserem Regentag heute war an „Ich setz mich mal“ nicht zu denken.
Nach jeder Ecke wartet ein neues Highlight und man kann sich an den Häusern und den kleinen Gassen kaum sattsehen.
Aufgeschnappte Stimmen sind wieder immer häufiger deutsche und ich merke, dass wir nach Wochen wieder im Tourismus angekommen sind.
Schweden gibt sich große Mühe eine tolle Hauptstadt zu haben und ich würde unser Berlin direkt eintauschen.
Kein fairer Vergleich, aber so ist es halt.
Wasser gibt der Stadt ihren unvergleichlichen Look und ich wusste nie genau, ob ich da einen Fluss sehe oder die Ostsee. Beides ist möglich.
Auffallend viele „Espresso House“ Kaffeehäuser säumen den Weg der Stadt. Um eine ausreichende Hydrierung mit Kaffee braucht man sich keine Sorgen machen.

Zusatz Fika

Schon um deutlich vor acht Uhr habe ich mich mit Anton auf den Weg gemacht, einen Bäcker zu finden. Sophias Wunsch war es, in Schweden eine Fika zu machen. Das ist eine „gesellige Kaffeerunde“. Zu dritt lässt sich das durchaus bewerkstelligen.
Wichtig ist: Kaffee und Zimtschnecke.
Oder wie der Däne es in Schweden sagen würde: Kanebullar.
Nahe unserer Unterkunft, die mal wieder sehr gelungen ist, befindet sich eine kleine Konditorei, die das Teilchen der Wahl führt. In einem Mix aus Englisch und Schwedisch habe ich dann sowohl zwei dieser Zimtigen Teile bestellt und etwas aus dem gleichen Teich und einem Klecks Vanillepudding in der Mitte. Es war aber wirklich nur ein kleiner Klecks.
Das Resultat unserer Fika ist ganz klar: Fika lassen wir. Kanebullar sind nicht so unser Ding und auch das Puddingteilchen konnte nicht mit Freude gegessen werden. Ein für mich nicht definierbares Gewürz wird dem süßen Gebäck zugeführt und das machts für mich nahe zu ungenießbar.
Dies ist mir schon in Norwegen aufgefallen. Da dachte ich erst, das Teilchen ist um. Jetzt ist aber klar, es ist ein Gewürz. Ich denke es ist Kardamom. Muss das sein?

Hier noch ein paar Bilder, mit der Hoffnung, dass es morgen vielleicht ein zwei Sonnenstunden gibt:

Platz nahe Riksdagshuset
Riksdagshuset
Scheingrab vom Jarl am Rathaus
Af Chapman
Skulpturen sind die Freunde der Menschen in Not
Ostsee

3 Antworten zu „Mit der Tunnelbana nach Stockholm”.

  1. Avatar von Armin Gerhardts
    Armin Gerhardts

    Kardamom is‘ wie Wein im Essen. Versaut alles.

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    1. Avatar von Timon G.

      Kardamom ist für mich wie eine Mischung aus „Schmeckt nussig“ und „schmeckt fruchtig“. Gruselig.

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  2. Avatar von Martin Gerhardts
    Martin Gerhardts

    Stockholm ist der eine Name, der die eigene Erklärung direkt mit enthält. Jo, iss was zum Nachdenken.

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