Egal, ob es ein Facelift oder eine komplette Neuentwicklung ist. Wenn ein Automobilhersteller ein neues Modell vorstellt, ist es immer spannend, die neue Designsprache oder neue Funktionen zu entdecken.
Im Fall des neuen Dacia Spring bekommt man direkt beides. Eine komplett neue Designsprache und einen Haufen neuer Funktionen.
Der Dacia Spring hatte schon mit Markstart 2021 den Ruf, ein wenig aus der Zeit gefallen zu sein. Ohne jeden Zweifel wirkte manche Lösung im Ur-Spring altbacken und wenig sinnvoll.
Das hat sich nun geändert. Gefühlt wurde jede Stelle des kleinen Stromers beleuchtet, auf Herz und Nieren geprüft und, wenn nötig, verbessert.
Das kleine Stadtauto wirkt in seiner Neuauflage frisch und modern.
Von mir gibt es schon jetzt, ohne den Preis zu kennen, einen Daumen in nördliche Richtung. Aber machen wir mal eins nach dem anderen.
Ein bisschen bidirektional schadet nie

Seit gefühlten Dekaden sprechen wir in der Elektromobilität darüber, wie unglaublich sinnvoll bidirektionales Laden ist.
Bidirektional bedeutet, dass sich das Auto nicht nur aufladen lässt, sondern über den Ladeanschluss auch wieder Strom abgeben kann. Im besten Fall funktioniert das, indem man das Auto mit dem Stromnetz verbindet. Dann besteht die Möglichkeit, dass die eigene Solaranlage den Akku des Autos lädt und zum Beispiel in der Nacht dieser Solarstrom genutzt werden kann, um das eigene Haus mit Strom zu versorgen. Diese Funktion nennt man V2G (Vehicle-to-Grid). Der neue Spring wird die abgeschwächte Funktion V2L (Vehicle-To-Load) beherrschen. Es wird über einen Adapter, der in den Ladeanschluss gesteckt wird möglich sein, verschiedene Verbrauche anzuschließen.
Im tiefsten Wald einen Föhn betreiben? Kein Problem. Am Strand einen Fernseher aufbauen? Los geht’s! So viele Möglichkeiten bietet die neue Funktion des Spring. Ich bin sehr gespannt, welche Anwendungen wir im Alltag sehen werden.
Die noch umfangreichere Funktion V2G wird übrigens mit dem neuen R5 E-Tech vorgestellt. In Kombination mit der passenden Wallbox von Renault wird es möglich sein, den R5 als Nachtspeicher für Solarstrom zu verwenden.
Plötzlich modern

Günstig war der Dacia Spring schon immer. Abstriche musste man bei den Materialien im Innenraum, dem Design und dem Multimediasystem machen.
Dacia dreht beim kleinen Stromer an allen Stellschrauben gleichzeitig.
Der Innenraum wurde nicht nur bei der höchsten Ausstattungsvariante Extrem aufgewertet.
Ein Blickfang ist vor allem das 10 Zoll große Multimediadisplay in der Mitte des Armaturenbrettes. Android Auto und Apple Carplay werden inklusive drahtloser Verbindung möglich sein. Endlich lässt sich über das Display im Auto der maximale Ladezustand einstellen. Für die V2L Funktion kann man ebenso den minimalen Ladezustand einstellen. Der Akku wird also nie leer gespielt werden.
Es haben Kleinigkeiten den Weg in’s Cockpit gefunden wie beispielsweise ein Multimediaschalter hinter dem Lenkrad, um Lautstärke und co. einzustellen.
Das digitale Tacho lässt mehrere Einstellungsmöglichkeiten zu und zeigt in modernem Design Geschwindigkeit, Akkulandezustand und vieles mehr an.
Ich kann mir nicht verkneifen zu sagen, dass aus dem hässlichen Entlein ein schöner Schwan geworden ist.
Eine sinnvolle neue Funktion ist außerdem der neue „B-Modus“, der bereits aus Modellen wie dem Renault Zoe oder dem Renault Twingo E-Tech bekannt ist. Im B-Modus wird die Energierückführung des Elektromotors erhöht und erlaubt somit eine etwas erweitere Reichweite.
Neues Design, alter Kern

Lange war mir nicht klar, ob ein komplett neuer Dacia Spring das Licht der Welt erblicken wird oder ob es nur ein sehr, sehr, sehr großes Update ist. Ähnlich wie seiner Zeit beim Zoe, ist es ein sehr großes Update geworden mit gleichzeitiger Besinnung auf alte Stärken.
Der Akku bleibt in gewohnter Größe bei 26,8 kWh, die Motoren liefern weiterhin 45 PS oder 65 PS Peakleistung und die Ladegeschwindigkeit liegt bei Wechselstrom-Ladung zwischen 3,7 kW – 7,2 kW und bei Gleichstrom-Ladung bei bis zu 30 kW.
Solide Werte, die sich beim bisherigen Spring als brauchbar bewährt haben. Als einer der wenigen Menschen, die den Spring hin und wieder auch für Strecken bis 400 Kilometer nutzen, hätte ich mich allerdings über 50 kW Ladeleistung am Schnelllader gefreut. Doch das ist natürlich Wunschdenken. Die Statistiken zeigen klar, dass der Spring weder mehr Reichweite, noch mehr Ladeleistung benötigt. Zwar entscheiden sich die meisten Spring-Kunden für den CCS-Schnellladeanschluss, doch laut Car Maniac (Hier geht es zum Video) laden 70% der Kunden Zuhause und fahren über den Tag verteilt 37 Kilometer.
Fazit
Der ab April bestellbare Kleinwagen hat noch keinen Preis bekommen. Dacia selbst schreibt, dass auch der neue Spring weiterhin das günstigste Elektroauto in Europa bleiben soll.
Bei allen Neuerungen und dem tollen Design, wird wohl der Preis über Sieg und Niederlage entscheiden.
Aus meiner Sicht muss sich der Spring bei voller Ausstattung irgendwo bei 20.000€ einpendeln. Am besten noch darunter. Dann sind auch keine 10.000€ Rabatt-Aktionen mehr nötig, um das Auto an den Mann oder die Frau zu bringen.
Ich drücke die Daumen und lasse mich überraschen, was das Jahr bringen wird.
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Quelle Dacia: https://presse.dacia.de/spring-pressemappe/?lang=deu
Quelle Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=vtIabHk3nJM


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