670 Kilometer bis Kopenhagen

Geschrieben von

am

Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss. In unserem Fall war es die längste Etappe unserer Unternehmung. Keine fahrt sprengte bisher die 500 Kilometer, oder gar die 600. Heute ging es vom nicht mehr ganz so verregneten Stockholm, vom Herz Schwedens, in das Herz Dänemarks, nach Kopenhagen.
Während wir bei allen anderen Etappen gemütlich zwischen neun und Zehn Uhr aufgebrochen sind, klingelte Igor, der Vermieter unserer Unterkunft, pünktlich um 8 Uhr um den Schlüssel wieder entgegenzunehmen.
Wenige Minuten später ging es dann mit Kaffee bepackt Richtung Süden.
Nach Kilometern ist es zwar die längste Tour. Gemessen an der Zeit, hatten wir es schon mit ähnlichen Kalibern zutun.
Es war die letzte Fahrt, die vollständig im Ausland gewesen ist.
Von Stockholm aus führt einen die E4 in den Schoß der für uns neuen Hauptstadt.

Tesla? Ja klar!

Natürlich nutzten wir auch heute wieder die Stromspender von Tesla. Doch so richtig wollten diese nicht in unsere Route passen. Zwar hat das Ladenetz wieder deutlich zugenommen, doch immer dann wenn jemand ein Bedürfnis hatte, war keines der rot-weißen Dinger in der Nähe.
Also war es heute ein Mix aus Tesla und anderen Ladesäulen. Insgesamt haben wir 4 Ladestopps eingelegt und wie immer, wäre es mit weniger gegangen.
Der letzte Halt war auch wichtig um sich dem Pfand zu entledigen. Es ist uns schon von Norwegen nach Finnland und von Finnland aus nach Schweden entglitten und wir müssten teuer erworbenen Pfand in die Tonne kloppen.
Mein erster Gedanke war: „Der arme Obdachlose, der versucht diese Flasche zu entwerten.“
Die Route führte uns am Vättern-See vorbei, der mit seiner Größe nur auf Platz zwei ist in Schweden. Dennoch groß genug, um in der Mitte eine nicht gerade kleine und bewohnte Insel zu beherbergen. Über eine Fähre ist diese auch erreichbar.
Die atemberaubenden Landschaften wechselten immer weiter in das was wir kennen. Ursprünglich schlug Google eine Route vor, die uns per Fähre nach Dänemark überführen sollte. Das hätte aber zur Folge gehabt, dass wir nicht die Öresundbrücke überquert hätten. 10 Minuten mehr und 70 Kilometer länger war die Route über die besagte Brücke. Aus zwei Gründen fiel auch die Wahl auf die Brücke.

1. Ich hatte mich seit tausenden von Kilometern auf die Brücke gefreut
2. Ich hatte keine Lust mich genauer mit der Fähre auseinanderzusetzen.
Und lasst euch gesagt sein: Es gibt nichts unspektakuläreres als bei Dunkelheit über dieses Ungetüm von Brücke zu fahren, was dann auch noch ein Loch von 60€ in den Geldbeutel reißt. Ich gucke gar nichts nach, was die Fähre kostet. Das macht mir bestimmt nur schlechte Laune.

Kopenhagen ohne Fahrer

Ich freue mich sehr darauf mit der Metro durch Kopenhagen zu düsen. Die U-Bahn hat nämlich keinen Fahrer. Die Dinger fahren hier alleine und automatisch. Es ist nicht nur spannend, nein. Ich kann mich auch nach ganz vorne in den Zug stellen und dann fühlt sich mindestens einer der Fahrgäste wie ein Lokführer. Ganz sicher bin ich mir damit, dass Anton das super finden wird.
Leider steht der Wetterfrosch die nächsten zwei Tage weit unten auf seiner Leiter. Wie schon bereits in Stockholm und anderen Gegenden Nordeuropas, lassen wir uns von ein bisschen Wasser nicht den Tag verderben. Die Kraxe verfügt über ein Regencape und dieses funktioniert sehr gut. Ein bisschen habe ich sogar das Gefühl, Anton sitzt mit dem Regenteil lieber in der Kraxe. Er mag es wie in einer Kanzel umhergeschleppt zu werden. Mehr von Meerjungfrauen und Co. gibt es dann im nächsten Beitrag.

Nachschlag Köttbullar

Gestern verschlug es uns in Stockholm in den Ortsteil oder die Insel „Södermalm“. Dort wartete das Restaurant „Meatballs for the People“ auf uns, um uns mit den Welt bekannten Köttbullar zu versorgen.
Interessant war hierbei die Auswahl an Fleischsorten für die kleinen Bällchen. Von Rentier, Elch, Schwein, Huhn bis zur veganen Variante war alles dabei. Wir wählten beide die ganz klassischen Bällchen. Angereichert wurden diese mit Gurkensalat und Kartoffelpüree. Bei Sophia befanden sich auch noch so rote Beeren auf dem Teller, aber wer mich kennt weiß, mit solchen Dingen habe ich nichts am Hut.
Ich habe noch nie bessere Fleischbällchen gegessen und selten so einen Kartoffelpüree. Selbst der Gurkensalat war sehr gut. Einzig der Preis von 20€ für eine aus meiner Sicht nur halbe Portion war nicht ganz fair!

2 Antworten zu „670 Kilometer bis Kopenhagen”.

  1. Avatar von Martin Gerhardts
    Martin Gerhardts

    Die „klassischen“ waren Elch. Richtig?

    Like

    1. Avatar von Timon G.

      Nein. Auf der Karte war „Classic“ mit Rind/Schwein angegeben.

      Like

Hinterlasse einen Kommentar

Vorheriges Kapitel
Nächstes Kapitel