Als Sportmuffel stellen einen größere Laufdistanzen schnell vor Probleme.
Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie sich das ganze auf Fuß und Beine auswirkt, bin ich vor meinem Mammutmarsch in Leipzig mit Julian und einem weiteren Freund etwas mehr als 20 Kilometer marschiert.
Nach diesen 20 Kilometern waren mir zwei Dinge ganz klar:
1. Ich werde die 42 Kilometer in Leipzig zu 99% schaffen.
2. Ich brauche dringend anderes Schuhwerk.
Meine Sketchers Sneaker sind zwar im Alltag brauchbar. Für Waldwege oder längere Wege auf Kopfsteinpflaster dann aber doch nicht gut geeignet.
Julians Hinweis sich bei Schuhen beraten zu lassen, habe ich gekonnt ignoriert. Zwar bin ich selbst Verkäufer, zudem noch einer von der „Ich will beraten und nicht nur verkaufen“-Fraktion, doch habe ich selbst immer die Angst, mir etwas aufschwatzen zu lassen.
Google wird es richten, war hierbei mein nächster Gedanke. Schnell eingelesen war klar, dass Wanderschuhe eine Nummer größer sein sollten als das Alltagsschuhwerk.
43 im Sinn, einen dazu, zack 44. Schnell noch bei Amazon den Bestseller in den Warenkorb legen und fertig. Zack standen sie da, meine: Jack Wolfskin Herren Vojo 3 Texapore Low M Outdoorschuhe
Der passende Schuh…

…war der Jack Wolfskin Vojo 3 für mich leider nicht. Zwei kleine 6-Kilometer-Runden zu gehen und den Schuh im Alltag zu tragen, war nicht Hinweis genug, um zu wissen, dass die Teile einfach zu groß waren.
Doch unter etwas schlechteren Bedingungen in Leipzig beim eigentlichen Marsch wurde schon nach 5 Kilometern klar, dass das nicht gut gehen wird.
An der Ferse bildeten sich erst Blasen, die dann aufgingen. 30 Kilometer später waren aus offenen Blasen richtige Wunden geworden.
Ein weiteres Problem der Schuhe war, dass die Teile vorne nicht breit genug waren. Mit der Zeit werden die Füße im Schuh dicker und meine großen Zehen haben deutlich gedrückt. Zwei Tage nach dem Marsch entstanden große blaue Flecken unter dem Nagel.
Wir können also deutlich festhalten, dass bei regelmäßigen Distanzen über 10 Kilometern das richtige Schuhwerk seine Berechtigung hat. Wer sich hier falsch beraten lässt, oder wie ich gar nicht, der blutet. So einfach ist es.
Daher hier mein Tipp, den Julian mir schon vor Wochen gegeben hat: Lasst euch beraten, wenn es um die Passform der Schuhe geht! Wenn ihr gar keinen Plan von der Materie habt, lest euch keine Tipps und Tricks an. Lasst euch den passenden Schuh von einem Fachmann bestätigen.
Der richtige Wanderschuh

Mit der Negativ-Erfahrung schlauer, ging es also ab in den nächsten Globetrotter. Über mehrere Etagen erstreckt sich dieser sich in Köln. Es besteht sogar die Möglichkeit, in einem großen Wasserbecken Tauchausrüstung und Boote zu testen. Vollkommen verrückt!
Für die Schuhberatung gibt es im Untergeschoss eine eigene Abteilung. Die Menschenschlange, die auf Beratung wartete, signalisierte mir im ersten Moment eine qualitativ sehr gute Beratung.
Nach guten 30 Minuten war es dann soweit. Ich nannte meine Daten und Wünsche:
- Schuhgröße 43
- Trekkinghalbschuh
- Halbwegs akzeptables Design
- Maximales Budget 150€
Bei drei von vier Punkten nickte der Verkäufer noch freundlich. Seine erste Reaktion auf mein Budget war „Dafür bekommen Sie nichts“.
Etwas enttäuscht lief ich hinter ihm her und bekam relativ gut erklärt, welcher Schuh von der Passform sinnvoll ist und in welcher Größe ich den Schuh wählen sollte.
Es lief nach fachmännischer Begutachtung auf den Meindl Vegas in der Farbe Terra hinaus. Beim ersten Tragen empfand ich den Schuh bereits deutlich bequemer als den Jack Wolfskin. Die Sohle war nicht ganz so starr und vorne war der Schuh breiter.
Ein kleiner Tipp: Probiert die Schuhe mit zur Anwendung vergleichbaren Socken an. In den Sneaker Socken wirkte der Schuh zu groß und in Wandersocken genau richtig.
Am Ende landete der Schuh bei rund 159€, womit ich sehr zufrieden war.
Die Beratung im Globetrotter Köln war im gesamten allerdings mehr schlecht als recht. Um mich herum habe ich dennoch vielen tollen Beratungen lauschen können. Wahrscheinlich bin ich einfach an einen Stinkstiefel geraten oder mein Berater hatte einfach einen schlechten Tag. Das soll es ja auch mal geben.
Wie der Schuh sich schlägt, werden die nächsten Wochen zeigen. Als erstes muss sich der Tekkinghalbschuh im Alltag bewähren, bevor es nächste Woche Samstag auf eine 45-Kilometer-Tour beim Böker-Marsch geht. Einen Monat später, am 20.04.2024, geht es dann zum Mammutmarsch ins Ruhrgebiet.
Ein besonderer Dank geht heute an Sami Ekinci, der die tollen Bilder von den Schuhen erstellt hat. Wer ein paar Bilder von schicken Autos sehen möchte sollte seine Instagramseite besuche
Achso, Videos macht er auch: Samis Youtubeaccount


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