Selten geht es bei Autos wirklich um das Design. Klar, es gibt Autos, die mehr Menschen ansprechen, und welche, die weniger Anklang finden. Doch ich behaupte, dass das Design – solange es akzeptabel ist – als Kaufabsicht immer zweitrangig bleibt.
Renault setzt als Volumenhersteller jetzt aber genau auf diese Karte! Der Renault R5, der R4 und der zukünftige Renault Twingo sind eine Hommage an die Urmodelle, die allesamt den Fahrzeugmarkt aufgemischt haben.
Doch reicht es wirklich, eine kalte Suppe wieder aufzuwärmen? Ist es sinnvoll, in unserer Zeit ikonische Autos neu zu interpretieren? Werden die neuen Modelle aufgrund eines Designs gekauft, das an die Ursprünge erinnert, oder sind es am Ende andere Gründe?
Um das zu verstehen, muss man manchmal an den Anfang der Geschichte zurückgehen. Als im Jahr 1996 geborener Mensch kann ich nicht viel zu den Originalmodellen wie dem R5 oder R4 sagen. Schließlich wurden alle in Summe verkauften Autos dieser Baureihen – immerhin über 17.000.000 Einheiten – vor meiner Geburt an den Mann und die Frau gebracht.
Doch ein glücklicher Zufall spülte mir Herrn Kurek ins Haus – zusammen mit seinem Bruder Besitzer von vier Renault-Oldtimern: einem R4 von 1967, einem R4 F4 (also einem Kastenwagen) von 1986, einem R16 Urtyp von 1965 und einem der zuletzt gebauten R16 von 1979.
Ich durfte alle Oldtimer ausgiebig testen, was am Ende in einer Oldtimerausstellung am 20.09.2025 im Autohaus Berghaus mündete.
Je reviens te chercher. Ben, tu vois, j’ai pas trop changé.

Als ein wolkenblauer R4 von 1967 den Weg auf den Hof vom Autohaus Berghaus gefunden hat, konnte ich noch nicht wissen, dass einige Wochen später dieser kleine Flitzer mein Freund für ein ganzes Wochenende wird. Herr Kurek ist ein Mensch, der sofort offen auf Menschen zugeht und so hat er mir sofort eine Fahrt in seinem tollen Oldtimer angeboten. Eigentlich lasse ich solche Möglichkeiten aus. Dieses „Was ist wenn…. ich einen Unfall baue…“ Szenario kommt einem sofort in den Kopf. Doch wie oft wird sich diese Situation ergeben?
Schnell haben wir ausgehandelt, dass ich das Fahrzeug für ein Wochenende haben kann und er im Gegenzug einen neuen R4 E-Tech testen kann. Außerdem war klar, dass zur Markteinführung des R4 E-Tech am 20.09.2025 auch der blaue R4 Oldtimer in die Ausstellung soll. Besser kann man neu und alt doch nicht vergleichen, oder?
Doch zuvor freute ich mich erstmal auf ein Wochenende mit einem Auto, welches älter als meine Eltern ist.
Na dann, Choke ziehen, Zündschlüssel nach vorne und ein bisschen Gas geben!
Kalt und warm

1996 geborene Menschen kennen zwar noch Autos ohne ABS, ESP und Servolenkung. Aber wenn man ganz ehrlich zu sich ist, gab es schon alle wirklich relevanten Funktionen, um ein Auto sicher durch den Verkehr zu fahren.
Ein sich von alleine zurückstellender Blinker zum Beispiel. Welchen Mehrwert diese Funktion hat, weiß ich erst, seitdem ich den R4 von 1967 gefahren bin. Eben jener R4 bietet diese Funktion nicht. Wischwasser per E-Motor? Eine tolle Pumpe auf der linken Seite vom Lenkrad ermöglicht die Verwendung von Wischwasser. Wischer als solche sind auch eher nette Beifahrer als eine echte Hilfe bei Regen. Dass Autofahren mal eine echte Reise war, ein echtes Erlebnis, ja fast Arbeit, verstehe ich erst jetzt.
Was man in meinem Alter auch nicht kennt, sind Motoren, die sich im warmen Zustand grundlegend anders verhalten als im kalten.
Man unterschätzt manchmal, wie viel sich in rund 60 Jahren getan hat. Wie grundlegend anders Autos heute gebaut und genutzt werden.
Das Erlebnis, einen „echten“ R4 zu fahren, werde ich so schnell nicht vergessen.
Klar ist, dass ich jetzt auch so ein Teil brauche. Die alte Technik, die Lösungen, die damals gefunden wurden, bringen ihren ganz eigenen Charme mit, der erhaltungswürdig ist.
Doch dazu später mehr.
Liebe Grüße an alle, die hier auf Content warten! Ich mache ja schon so schnell ich kann.


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