Alle Urlaube führen nach Hamburg

Geschrieben von

am

Egal wohin wir in den letzten Jahren gefahren sind: Wenn Hamburg irgendwie auf der Route lag, wurde Hamburg auch angefahren.
Erst vor rund vier Wochen waren wir wieder dort. Wir hatten eine Hochzeit in der Nähe von Flensburg besucht und hielten auf der Rückreise in Hamburg an. Ein Fischbrötchen für uns, ein Spielplatz für die Kinder, damit diese die Chance hatten, sich ordentlich auszupowern – und nebenbei noch den Scenic laden. Dafür haben wir eine uns mittlerweile gut bekannte Ladesäule genutzt, um für die noch vor uns liegenden 360 Kilometer wieder ausreichend Strom im Akku zu haben.

Schon während der Planung der aktuellen Tour war deshalb klar: Auf dem Weg nach Dänemark wird mindestens eine Übernachtung eingeplant. Und wo macht man die? Na klar, in Hamburg! Ganz so ist es dann allerdings doch nicht gekommen. Unsere Unterkunft liegt dieses Mal nicht direkt in Hamburg, sondern wie bereits geschrieben, im Weltbekannten Albersdorf. Auf einen Besuch verzichten wollten wir deshalb natürlich trotzdem nicht. Also wurde aus der Übernachtung in Hamburg zumindest eine Tagestour.
Und außerdem gibt es ja noch eine Rückreise …

Miniaturen und wunderbare Läden

Das Regenwetter der aktuellen Tage macht es uns etwas schwieriger, anständige Aktivitäten für Eltern und Kinder zu finden.
Mein Vorschlag für den Tag war deshalb das „Westfield“ in der Hamburger HafenCity. Vor einigen Wochen hatte ich eine Doku über den Bau gesehen und seitdem stand das Ganze zumindest mal auf meiner Liste.
Beim Westfield handelt es sich um ein Einkaufscenter der Extraklasse. Wobei Einkaufscenter es eigentlich nicht richtig trifft. Es ist eher ein ganzer Stadtteil oder eine riesige Einkaufsstraße mit Dach. Dazu gibt es ein Kino, Wohnungen, Restaurants und vermutlich noch einiges mehr, was wir gar nicht gesehen haben. Wir waren jedenfalls begeistert!

Antons Blick fiel relativ schnell auf den eher dezent geschmückten Eingang des Lego Discovery Centres. Und mit dezent meine ich natürlich: Für ein Kind praktisch unmöglich zu übersehen.
Lego hat hier eine kleinere Version des Lego Hauses einquartiert, welches man aus Billund kennt. Das Prinzip ist ähnlich: An verschiedenen Stationen können mit Lego kleine Autos gebaut werden, die anschließend durch Loopings fahren sollen, es kann gebaut, ausprobiert und gespielt werden und und und.
Allerdings ist die Größe im Westfield nur ein Bruchteil des Originals in Dänemark. Der Preis leider nicht.
23,50 Euro pro Person – ab dem zweiten Lebensjahr.
Jeder kennt sie schließlich, die zweijährigen Kinder, die nicht nur die Duplo-Ecke ansabbern, sondern selbstverständlich über ein vollwertiges Verständnis sämtlicher LEGO-Baukonzepte verfügen und das komplette Angebot ausgiebig nutzen.

Doch warum beschwere ich mich eigentlich? Immerhin bin ich einer der Verantwortlichen, der den Bums bezahlt hat.
Hat es sich gelohnt? Nein.
Hat es trotzdem Spaß gemacht? Ja.
Und immerhin sind wir jetzt vier LEGO-Figuren reicher und Anton hat bisher nur eine davon fast verloren. Ich würde sagen, das ist eine durchaus brauchbare Quote.

Die restliche Zeit tingelten wir durch die Passage, tranken einen Latte Macchiato, besuchten den Haribo Store und sahen uns die Elbe an. Irgendwann meldete sich dann natürlich auch der Hunger und im Bereich „The Kitchen“ entschieden wir uns für Burger.
Das Lokal „Bear Claw“ machte gute Burger, sehr leckere Pommes, war sauber und das Personal wirklich freundlich. Was ich allerdings noch nie erlebt hatte, war die Geschwindigkeit, mit der unser Essen auf dem Tisch stand.

Am Eingang gibt man seine Bestellung auf und wird anschließend zu einem Tisch gebracht. Sophia und ich fingen gedanklich bereits damit an, Pläne zu schmieden, wie wir die Kinder bis zum Essen bei Laune halten. Doch bevor der erste Gedanke überhaupt richtig gefasst war, stand der Kellner mit allem vor uns, was wir bestellt hatten.
In meiner Erinnerung hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal meine Jacke ausgezogen.
Wahnsinn.
Zwei oder drei Minuten mehr Zeit hätten sich die Jungs und Mädels ruhig lassen können. Es ging tatsächlich so schnell, dass es schon wieder ungemütlich war. Man möchte ja wenigstens einmal am Tisch angekommen sein, bevor das Essen vor einem steht.
Und was ist mit dem Miniatur Wunderland, werden sich jetzt einige fragen?Davon berichte ich auf der Rücktour!

Ooooohh, Junge!

Gesegnet mit mehreren guten Bäckereiketten muss man sich in Remscheid und Umgebung um Brötchen und Co. eigentlich keine Sorgen machen. Steinbrink, Evertzberg, Bäckerei Bauer und etwas weiter weg, aber nicht weniger gut, die Bäckerei Schüren. Wir sind diesbezüglich also durchaus verwöhnt.
Auf Reisen ist das dann immer so eine Sache.

Doch Junge Die Bäckerei ist für mich eine Perle am Nachthimmel der Bäckereien und Backstuben dieses Landes!
Die Brötchen finde ich dabei gar nicht mal so doll. „Hanse No. 1“ heißen die. Naja. Kann man machen. Muss man aber auch nicht extra für in den Norden fahren.
Aber alles an „Zubehör“ – Kuchen, Teilchen und Co. – ist der helle Wahnsinn.
Es ist mittlerweile ein bisschen wie mit Hamburg: Ist eine Bäckerei Junge in der Nähe, wird sie angefahren. Leider ist die Kette ausschließlich im Norden Deutschlands vertreten, sodass sich die Gelegenheiten im Alltag eher in Grenzen halten.
Für das Schokofranzbrötchen fahre ich dafür aber auch gut und gerne mal einen 30-minütigen Umweg.
Die Filiale in Itzehoe hat dann sogar einen Drive-in. Als wäre das nicht schon genug, stehen direkt nebenan auch noch zehn Schnellladepunkte.
Bäckerei Junge mit Drive-in. Schokofranzbrötchen. Zehn Schnelllader.
Damit ist eigentlich alles für feuchte Träume vorbereitet.
Morgen geht es natürlich wieder zur Bäckerei Junge. Immerhin muss ich ja irgendwie den Scenic nachladen!

Hier noch der Link zum Franzbrötchen.

P.S: Trinkt dort keinen Latte, der schmeckt scheiße.

Hinterlasse einen Kommentar

Vorheriges Kapitel