4 Türme, Küche, Festhalle, Bad – und keiner möchte wissen, was die Bude warm kostet. Schloss Kronborg in Helsingør ist ein ziemlicher Trümmer, den man schon aus mehreren Kilometern Entfernung sehen kann, wenn man von Westen oder Süden den Küstenstraßen folgt.
Nicht zuletzt die Anlage drumherum, die aus dem eigentlichen Schloss eine gewaltige Festung samt Kaserne macht, zieht einen in ihren Bann und für 150 DKK schließlich auch hinein. Bereits 1420 beginnt die Geschichte des damals noch recht überschaubaren Schlosses – und hat bis heute kein Ende gefunden. Seit 2000 gehört Schloss Kronborg außerdem zum UNESCO-Welterbe.
Ein Treffen mit Hamlet

Wer Kronborg besucht, kommt an Hamlet nicht vorbei. Shakespeare machte das Schloss zum Schauplatz seines wohl berühmtesten Stücks und Helsingør als „Elsinore“ gleich mit weltberühmt. Blöd nur, dass Shakespeare vermutlich selbst nie einen Fuß nach Kronborg gesetzt hat. Die Geschichte um Hamlet hatte er sich übrigens auch nicht komplett selbst ausgedacht. Grundlage war die deutlich ältere nordische Sage um Prinz Amleth.
Seit dem 19. Jahrhundert wird Hamlet dann tatsächlich auf Kronborg aufgeführt. So hat es eine erfundene Geschichte geschafft, seit über 400 Jahren zu diesem Schloss zu gehören. Marketing konnten sie also auch schon früher.
Und selbst wenn man Hamlet vorher nie gelesen oder gesehen hat: Wenn man über die Mauern von Kronborg läuft und auf den Øresund schaut, kann man zumindest nachvollziehen, warum ausgerechnet dieser Ort seit über 400 Jahren mit Shakespeares Hamlet verbunden ist.

Auch Könige brauchen Platz

Als Frederik II. 1559 den Thron übernimmt, steht hier mit Krogen bereits eine ordentliche Festung. Dem neuen König reicht „ordentlich“ aber offensichtlich nicht. Ab 1574 lässt er die Anlage zu einem der prächtigsten Renaissance-Schlösser Nordeuropas umbauen. Aus roten Backsteinen werden Sandsteinfassaden, dazu kommen Kupferdächer, Türme und ein Festsaal, der mit über 60 Metern Länge auch heute noch ziemlich eindrucksvoll ist. 1577 bekommt die ehemalige Festung dann auch ihren neuen Namen: Kronborg.
Bezahlt wird der Spaß unter anderem mit dem Øresundzoll. Jedes Schiff, das durch die Meerenge wollte, musste zahlen – und die Kanonen direkt vor der Haustür dürften die Zahlungsmoral durchaus gefördert haben. Frederik wusste mit dem neuen Reichtum aber auch etwas anzufangen und Kronborg wurde zum Schauplatz großer Feste für den europäischen Adel.
Mit dabei war natürlich auch seine Frau Sophie von Mecklenburg, die ganze 23 Jahre jünger war als Frederik. Angeblich stand zeitweise sogar der Name „Sophienborg“ für das neue Schloss im Raum. Am Ende wurde daraus zum Glück Kronborg. Klingt für eine Festung mit Kanonen dann doch etwas passender.
Alles in allem war der Besuch dieser Festung ein echtes Highlight und wir haben keine einzige Krone bereut. Wer also mal in der Ecke ist: reingehen!
In der Nähe des Schlosses wartete dann noch ein wunderbarer Streetfoodmarkt auf unserer Liste, der zwischen griechischem Essen und Crêpes eigentlich alles bietet, was man nach ein paar Stunden königlicher Geschichte gebrauchen kann. Ein ziemlich guter Abschluss für unseren Besuch in Helsingør.





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