Kostenloser Parkraum in Kopenhagen ist selten. Aktivitäten in Kopenhagen, die nichts kosten, sind ebenfalls selten. Eine Müllverbrennungsanlage, auf der man Ski fahren kann, ist vermutlich noch seltener.
Zusammengefasst kann man also sagen: Der CopenHill ist ein seltenes Teil.
Seit 2017 ist die Müllverbrennungsanlage in Betrieb und dient zeitgleich als Aussichtspunkt, Skihang, Kletterwand und Eventlocation. Klingt erstmal nach einer ziemlich wilden Kombination, funktioniert aber erstaunlich gut.
Aus rund 400.000 Tonnen Müll entstehen laut Wikipedia Fernwärme für etwa 160.000 Haushalte und Energie für rund 62.500 Haushalte. Bei letzterer Zahl gehen die Angaben allerdings etwas auseinander. In einer wirklich guten NDR-Doku war sogar von 90.000 Haushalten die Rede.
Welche Zahl nun am Ende exakt stimmt, kann ich nicht beurteilen. Fest steht aber: Das Ding verbrennt nicht nur Müll, sondern produziert dabei auch noch ordentlich Energie und oben drauf fährt jemand Ski.
Ein Land ohne Berge

Man kann den CopenHill fast als den einzigen Berg Dänemarks bezeichnen – und das bei einer Höhe von „nur“ rund 90 Metern. Der höchste natürliche Punkt des Landes liegt übrigens bei gerade einmal rund 170 Metern.
Funfact am Rande: Selbst die Niederlande schaffen eine natürliche Erhebung von über 320 Metern. Ausgenommen irgendwelche karibischen Inseln, die in der Theorie noch zum Land gehören. Dänemark ist einfach verdammt flach.
Um das beachtliche Gebäude zu erreichen, muss man die Kopenhagener Innenstadt ein Stück weit verlassen. Übersehen kann man den CopenHill dabei allerdings kaum. Das Gebäude ist schon lange zu sehen, bevor man überhaupt den kostenlosen Parkplatz erreicht.
Dieser Parkplatz könnte übrigens auch grundsätzlich eine gute Idee sein, wenn man Kopenhagen besuchen und dabei kostenlos parken möchte. Ich schätze, dass man die Innenstadt von hier aus innerhalb von etwa 20 Minuten zu Fuß erreicht. Die Freistadt Christiania ist sogar noch schneller zu erreichen. Für mich persönlich allerdings keinen Besuch wert. Aber das ist ja bekanntlich eine Frage des Geschmacks.
Ein Fahrstuhl an der Seite des Gebäudes bringt einen ziemlich schnell hinauf auf das Dach der Müllverbrennungsanlage. Oben angekommen wird man direkt mit einem wirklich unvergesslichen Ausblick belohnt.
Am Horizont erstreckt sich die fast acht Kilometer lange Öresundbrücke über die gleichnamige Meerenge und verbindet Dänemark mit Schweden. Auch auf die Innenstadt von Kopenhagen hat man einen wunderbaren Blick.
Zumindest theoretisch.
Denn ausgerechnet in Richtung Innenstadt stehen einem Scheiben im Weg, die vernünftige Fotos erschweren beziehungsweise fast unmöglich machen. Mit den Augen sieht es also deutlich besser aus als später auf dem Handy.
Ski für die Menschen

Bei nur rund 170 Metern maximaler natürlicher Höhe ist es in Dänemark relativ schwer, eine echte Skistrecke zu betreiben. Wer auf Schnee verzichten kann, ist am CopenHill allerdings genau richtig.
Von der höchsten Stelle führt eine große Skibahn in U-Form einmal um das imposante Gebäude herum bis hinunter zum Fahrstuhl. Statt Schnee gibt es einen speziellen grünen Untergrund, auf dem offenbar erstaunlich gut Ski gefahren werden kann.
Ob an kalten Wintertagen oder an lauschigen Sommertagen – hier kann regelmäßig Ski gefahren werden. Wer selbst keine Lust darauf hat, kann den Skifahrerinnen und Skifahrern einfach bei der Arbeit zusehen. Für die etwas Mutigeren sind außerdem Sprungschanzen installiert. Hier kommt also jeder auf seine Kosten.
Wen es eher in die Höhe als auf die Skibahn zieht, der kann sich an der rund 90 Meter hohen Kletterwand austoben. Mit Sicherheit ein riesiger Spaß für Menschen, die es nicht so mit der Höhenangst haben.
Meine Knie werden bereits weich, wenn ich mir die Kletterwand auf dem Titelbild nur ansehe.
Alles in allem ist der CopenHill zumindest in Sachen Preis-Leistung für mich eine der besten Attraktionen in ganz Kopenhagen.
Skifahren, Café, Klettern, kostenlos parken, beeindruckende Architektur und dazu ein wunderbarer Ausblick auf die Öresundbrücke samt Meerenge. Und wer einfach nur nach oben fahren, die Aussicht genießen und wieder verschwinden möchte, zahlt dafür keinen Cent.
Viel mehr kann man für kein Geld eigentlich nicht verlangen.
Ich vergebe 10 von 10 Punkten für den CopenHill!
Hier noch ein paar Nachschüsse:




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